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LZ 130
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Der Zeppelin LZ 130 âGraf Zeppelinâ (Kennzeichen D-LZ130) war das letzte vor dem Zweiten Weltkrieg in Dienst gestellte groĂe Luftschiff seiner Art. Er wurde im Jahr 1938 nach Ferdinand Graf von Zeppelin getauft und im gleichen Jahr vorläufig zugelassen. Diesen Namen trug bereits der Ăźberaus erfolgreiche LZ 127, weshalb LZ 130 auch oft als âGraf Zeppelin IIâ bezeichnet wird.
LZ 130 war ein Schwesterluftschiff von LZ 129 âHindenburgâ und das letzte groĂe Starrluftschiff. Die beiden Schiffe waren in groĂen ZĂźgen identisch, jedoch wurden bei der Konstruktion und Entwicklung von LZ 130 viele neue Erkenntnisse angewendet. So wurde beispielsweise erstmals bei einem Zeppelin eine Ballastwassergewinnungsanlage von vornherein eingebaut. Sie diente dazu, Wasser aus den Abgasen der Motoren zu kondensieren, um den Gewichtsverlust auszugleichen, der durch den Treibstoffverbrauch entstand. Die VerbindungsschnĂźre zwischen HĂźlle und Metallskelett erhielten im Winter 1937/38 einen leitfähigen Ăberzug aus Graphit, um ein UnglĂźck wie mit der âHindenburgâ zu vermeiden.cite-ref-1[1] Auch der Passagierbereich unterschied sich in groĂen Teilen von LZ 129.
Anders als LZ 127 und LZ 129 wurde LZ 130 nicht zum Passagiertransport, sondern fĂźr Propaganda-, Test- und Spionagefahrten eingesetzt. Im August 1939 wurde es stillgelegt und im April 1940 auf Befehl von Hermann GĂśring verschrottet.
Contents
⢠Technik
⢠Antrieb
⢠Traggas
⢠Ausstattung
⢠Bau
⢠Name
⢠Fahrten
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Technik
⢠Indienststellung: 1938
⢠Länge: 245 Meter
⢠Durchmesser 41,2 Meter
⢠Volumen: 200.000 m³
⢠Leermasse: 114.000 kg
⢠Zuladung: 105.000 kg
⢠Nutzlast: 70 t bei Wasserstoffnutzung / 50 t bei Helium als Traggas
⢠HÜchstgeschwindigkeit: 135 km/h
⢠Reichweite: 12.000 kmcite-ref-bock-2-0[2]
Antrieb
Das Luftschiff wurde von vier 16-Zylinder-Daimler-Benz-Dieselmotoren mit je 588 kW (799 PS) Dauer- und etwa 1000 PS HĂśchstleistung angetrieben. Dieser Motorentyp, LOF 6, wurde später zu einem Standardmotor fĂźr Marineschiffe weiterentwickelt und bis in die 1970er-Jahre von MTU unter der Bezeichnung 672 gefertigt. Die Motoren waren umsteuerbar, konnten also vorwärts und rĂźckwärts laufen. Ihre Drehzahl betrug rund 1400/min, die der Luftschrauben etwa 700/min, da sie mit einem Untersetzungsverhältnis von 2:1 angetrieben wurden. Es wurden verschiedene Luftschrauben getestet. Darunter auch eine dreiblättrige Ganzmetallschraube, deren Anstellwinkel vor Fahrtbeginn fest eingestellt werden konnte. Davor wurden starre zweiteilige Vierblatt-Holzluftschrauben verwendet. Der markanteste optische Unterschied zwischen dem LZ 129 und dem LZ 130 war die Anordnung der Luftschrauben. Während die âHindenburgâ hinten an den Motorgondeln angeordnete Druckpropeller hatte, wurden bei LZ 130 Zugpropeller verwendet. Diese Ănderung sollte insbesondere dafĂźr sorgen, dass die Abgas-KĂźhler der Ballastwassergewinnungsanlage an den Maschinengondeln besser vom Propellerwind angestrĂśmt wurden.
Traggas
Ebenso wie LZ 129 war auch LZ 130 fĂźr den Einsatz von Helium als Traggas konstruiert worden. Die Verhandlungen mit den Regierungsstellen der Vereinigten Staaten zogen sich lange hin. Politische, aber auch massive Devisen- und Rentabilitätsprobleme auf Seiten der Deutschen Zeppelin-Reederei (DZR) torpedierten alle Konsultationen.cite-ref-bauer-3-0[3] Insgesamt gab es eine ganze Reihe von Faktoren, die eine Lieferung von Helium durch die Vereinigten Staaten letztlich verhinderten. Bereits im Januar 1938 waren Heliumbehälter (groĂe Gasflaschen) vom deutschen Frachter Dessau im texanischen Hafen Galveston entladen worden. Die amerikanische Marine hatte ihre Heliumtankwagen zur BefĂźllung dieser Behälter zur VerfĂźgung gestellt. Mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Ăsterreich am 12. März 1938 änderte sich die politische Gesamtlage jedoch entscheidend, sodass das US-amerikanische Innenministerium unter Harold Ickes die Ausfuhrgenehmigung fĂźr Helium verweigerte. Auch wurden Schutzklauseln zur bestimmungsgemäĂen Verwendung des Traggases gefordert. Ickes teilte Ăśffentlich seine Besorgnis darĂźber mit, dass das Helium zu militärischen Zwecken missbraucht werden kĂśnnte.cite-ref-archbold-4-0[4] So kam es nie zum Export von Helium. Auch die 16 Traggaszellen von LZ 130 wurden wieder mit Wasserstoff gefĂźllt.
Ausstattung
Anders als im Exterieur war der Fahrgastbereich von LZ 130 im Vergleich zu LZ 129 ein vĂśllig anderer. Die Passagierkapazität wurde von zuletzt 72 auf 40 um fast die Hälfte reduziert. Ein GroĂteil der Kabinen befand sich nun auf dem Unterdeck. Das Unterdeck lag jedoch nur wenige Stufen tiefer als das Oberdeck, weshalb es keine eigenen Fenster besaĂ. Dort lagen auch die KĂźche, die Ăźber Stufen mit der Anrichtekammer auf dem Oberdeck verbunden war, das BĂźro, die Offiziersmesse, dieser gegenĂźberliegend der Generator sowie die Sanitäranlagen. Die vier auf dem Oberdeck befindlichen Kabinen hatten ebenfalls Fenster und befanden sich rechts der Fahrtrichtung. Unterhalb dieser Kabinen gab es das Schreib- und Lesezimmer, das im Vergleich zum LZ 129 deutlich vergrĂśĂert wurde und nun auch als Lounge fungierte. Dort gab es drei Schreibtischchen an der Wand in Fahrtrichtung. Auf der gegenĂźberliegenden Seite existierte eine weitere Lounge ohne Schreibplätze, die mit dem Gesellschaftsraum (âLoungeâ) auf der Hindenburg vergleichbar ist. Beide Lounges waren auf dem Deckplan als âHallenâ eingetragen. In Fahrtrichtung vorne schloss sich an die linke Lounge der Rauchsalon an, der sich damit nun nicht mehr auf dem unteren Deck befand, wie dies bei LZ 129 der Fall gewesen war. Auch die Bar wurde in den Raum integriert. Fahrtrichtung unten, zwischen beiden Lounges, schloss sich der Speisesaal an, der Ăźber vier Stufen zu erreichen war, um trotz der mittigen Lage einen Blick durch die seitlichen Fenster beider âHallenâ zu ermĂśglichen. In ihm wurden zur Funkspionage Messplätze mit Messgeräten eingebaut.cite-ref-1-5-0[5] Einen weiteren Unterschied stellte das Fehlen direkt abgetrennter Promenaden dar.
Bau
Kiellegung war am 23. Juni 1936 â ein Haupt- und drei Geripperinge wurden gekippt und am Hallendach befestigt. Daran wurden die Längsträger befestigt, so dass eine âKeimzelleâ geschaffen wurde.
Am 14. Februar 1937 wurde die Bugspitze montiert. Ab Februar wurde auch begonnen, die HĂźlle aufzubringen.
Am 6. Mai 1937 verunglĂźckte LZ 129 âHindenburgâ. Seit Anfang 1937 war bereits fĂźr die Jungfernfahrt nach Rio de Janeiro geworben worden, die fĂźr den 27. Oktober 1937 angesetzt war.cite-ref-6[6] Reichsluftfahrtminister Hermann GĂśring ordnete als Ersatz die beschleunigte Fertigstellung von LZ 130 an.cite-ref-7[7]
Am 15. August 1938 fing man an, das Schiff mit Wasserstoff zu fĂźllen. Ab dem 20. August wurde begonnen, Motoren und Elektrik zu erproben, ab dem 22. August wurde die Funkanlage getestet.
Am 14. September 1938 fand die Taufe statt. Im Gegensatz zu den Festlichkeiten zum Anlass der Taufe der âHindenburgâ war diesmal nur der Kreis der Belegschaft der Luftschiffbau Zeppelin GmbH und der Besatzung von der Deutschen Zeppelin-Reederei anwesend. Es waren keine Regierungsvertreter gekommen, lediglich ein kurzes GruĂtelegramm vom Reichsminister der Luftfahrt Hermann GĂśring an Hugo Eckener Ăźberbrachte GlĂźckwĂźnsche. Die Taufrede hielt Hugo Eckener.
Das Reichsluftfahrtministerium lieĂ LZ 130 am 14. November 1938 fĂźr ein Jahr bis zum 1. September 1939 âfĂźr den Luftverkehr ohne PersonenbefĂśrderung und auĂerhalb von Tropengebietenâ zu.
Name
Der Taufname von LZ 130 war âGraf Zeppelinâ. Dies wurde auch dadurch mĂśglich, dass zum Zeitpunkt der Taufe die AuĂerdienststellung von LZ 127, das ebenfalls den Namen âGraf Zeppelinâ trug, bereits Ăźber ein Jahr zurĂźcklag. Der Namenszusatz âIIâ wurde nur inoffiziell zur besseren Abgrenzung vom bekannteren LZ 127 gebraucht.
Fahrten
Hugo Eckener war seit dem UnglĂźck der Hindenburg Ăźberzeugt, dass kein Passagierluftschiff mehr mit WasserstofffĂźllung genutzt werden sollte. Die ausbleibende Helium-Lieferung fĂźr LZ 130 âGraf Zeppelinâ hätte somit eigentlich das Ende des Luftschiffs noch vor Inbetriebnahme bedeutet. Doch das Luftfahrtministerium erklärte sich zur BefĂźllung mit Wasserstoff bereit, offiziell um es fĂźr Schulungs- und Propagandafahrten zu nutzen. Tatsächlich bestand der Hauptzweck des Luftschiffs in der Funkspionage, also einer militärischen Verwendung. Die offensichtliche Verletzbarkeit des Luftschiffs diente dabei als Tarnung fĂźr die Spionageaktivitäten.cite-ref-archbold-4-1[4] Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 wurden die Aufklärungsfahrten beendet und das Luftschiff hatte keine Verwendung mehr.
Insgesamt erfolgten 30 Fahrten:
⢠1. Fahrt: Die Jungfernfahrt fand am 14. September 1938 unmittelbar nach der Taufe von 7:50 bis 17:30 Uhr unter der FĂźhrung von Hugo Eckener statt. Sie fĂźhrte von Friedrichshafen unter anderem Ăźber MĂźnchen, Augsburg und Ulm wieder zurĂźck zum Startort. Es wurden 925 Kilometer zurĂźckgelegt. Es befanden sich 74 Personen, darunter Vertreter des Reichsluftfahrtministeriums, der Deutschen Versuchsanstalt fĂźr Luftfahrt, der Luftschiffbau Zeppelin GmbH, der Deutschen Zeppelin-Reederei sowie Versuchstechniker und Ingenieure an Bord. Die Motoren wurden erst gestartet, nachdem das Luftschiff eine HĂśhe von etwa 100 Meter erreicht hatte. Hugo Eckener bezeichnete die Fahrt als âzufriedenstellendâ und âerfolgreichâ.
⢠2. Fahrt: Die zweite Fahrt von Ăźber 26 Stunden Dauer war ebenfalls eine Erprobungsfahrt unter Hugo Eckener und Kapitän Hans von Schiller mit insgesamt 85 Personen an Bord. Sie startete am 17. September 1938 morgens um 8:08 Uhr. Der Vormittag wurde Ăźber dem Bodensee mit verschiedenen Messungen verbracht. Gegen Mittag begann der Flug nach Norden (12:15 Stuttgart â 13:15 Frankfurt am Main â Eisenach â Eisleben). Gegen Abend wurde Berlin erreicht. Nach mehreren Runden in geringer HĂśhe wurde die Fahrt in Richtung Hamburg fortgesetzt. Ăber der AuĂenelbe wurden weitere Abstimmungen und Versuche durchgefĂźhrt. Danach ging es auf direktem Kurs Ăźber Minden in Richtung Frankfurt am Main, anschlieĂend Richtung Bodensee. Dort musste noch eine groĂe Schleife Ăźber Friedrichshafen gefahren werden, da der Hafen im Nebel lag. Um 10:17 Uhr, nach 2388 Kilometern Fahrstrecke, landete LZ 130 und war schon kurz vor 11 Uhr wieder in der LĂśwenthaler Halle untergebracht.
⢠3. Fahrt: 22. September, 1938 08:13 bis 19:30 Uhr, dritte Versuchsfahrt â 1215-Kilometer-Schleife Ăźber MĂźnchen und Wien fĂźhrte entlang der tschechischen Grenze und wieder zurĂźck nach Friedrichshafen. Das erste Mal wurde LZ 130 zu Spionagezwecken verwendet und von Militärflugzeugen in Zivil begleitet.cite-ref-1-5-1[5] Es war das letzte Mal, dass Eckener ein Luftschiff lenkte.cite-ref-archbold-4-2[4]
⢠4. Fahrt: 25. September 1938, Start gegen 11 Uhr unter Kapitän Hans von Schiller (Dauer ca. 7 Stunden, 764 km, 40 Besatzungsmitglieder, 34 Passagiere und Techniker). Es fanden Tests in maximaler HÜhe statt. Fast die gesamte Fahrt erfolgte in ungefähr 2000 Meter HÜhe, ohne viel Gas ablassen zu mßssen. Weiterhin wurden luftelektrische Versuche durchgefßhrt.
⢠5. Fahrt: 27. September 1938, elf Stunden Fahrtdauer, im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums (RLM). Auf dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main wurde ein Funkfeuer aufgestellt. Es sollte versucht werden, eine Funkbeschickung durchzufĂźhren. Die diesige Luft erschwerte trotz guter Wetterlage die Versuche. Die Funkbeschickung gelang nicht einwandfrei â diese Probleme traten auch bei späteren Versuchen auf. Es gab auch erste Erfolge mit der Ballastwassergewinnungsanlage. Es konnten 3,5 Tonnen Ballastwasser gewonnen werden und die Motoren liefen durch die schalldämmende Wirkung der Anlage deutlich ruhiger.
⢠6. Fahrt: 28. September 1938, weitere Testfahrt im Auftrage des RLM unter Kapitän Sammt. Unter anderem sollte untersucht werden, ob elektrostatische Aufladungen zum UnglĂźck von LZ 129 âHindenburgâ gefĂźhrt haben. Dazu wurde diese Fahrt extra bei Gewitterwetterlage durchgefĂźhrt. Fahrten bei Ăźblichen Wetterlagen brachten keine brauchbaren Ergebnisse. Das Schiff wurde in der Gewitterfront unprall gefahren, um das Entweichen von Wasserstoffgas durch die Ăberdruckventile zu vermeiden. Die Fahrt dauerte fast 26 Stunden; es wurden Ăźber 2500 Kilometer zurĂźckgelegt. Die Ballastwassergewinnungsanlage erfĂźllte die Erwartungen der Ingenieure, indem sie etwa neun Tonnen Wasser produzierte.
⢠7. Fahrt: 31. Oktober 1938, Start um 2:15 Uhr unter Kapitän Sammt. Bei dieser Fahrt wurde das Luftschiff nach seiner Abnahme auf 2100 Kilometern und nach 25 Stunden Fahrtdauer zum Luftschiffhafen Frankfurt ĂźberfĂźhrt. Nach der Fahrt wurde am 14. November 1938 der âLuftschiff-Zulassungsscheinâ ausgestellt, der jedoch die PassagierbefĂśrderung nicht gestattete.cite-ref-1-5-2[5]
⢠8. Fahrt: âSudetenlandfahrtâ â Diese Fahrt wurde auf Anweisung des Propagandaministeriums durchgefĂźhrt. Nach der Volksabstimmung mit groĂer Mehrheit fĂźr Hitler und die NSDAP wurden viele Propagandamittel ausgeschĂśpft, dazu gehĂśrte auch eine Zeppelinfahrt Ăźber die âbefreiten Gebieteâ. Es befanden sich 62 Besatzungsmitglieder und 7 Passagiere, darunter deutsche Militärs, an Bord. Der Start erfolgte am 2. Dezember 1938 um kurz nach 10 Uhr. Ăber Reichenberg, der Hauptstadt des Sudetenlandes, Ăźber der LZ 130 genau zum Zeitpunkt des Besuches von Hitler schwebte, wurden kleine Fallschirme mit Hakenkreuzfahnen und Flugblätter mit dem Spruch âDein JA dem FĂźhrer!â abgeworfen. Aus den Lautsprechern von LZ 130 ertĂśnten Musik und nationalsozialistische Wahlpropaganda fĂźr die am 4. Dezember anstehenden Wahlen. Danach fuhr LZ 130 zum Flugplatz Reichenberg und warf 663 kg Post ab. Die Weiterfahrt wurde durch schlechter werdendes Wetter erschwert, daher wurde nach einiger Zeit entschieden umzukehren. Nachdem man das Sudetenland verlassen hatte, geriet das Schiff in niedrige Wolken und Schneeschauer. Es kam auch zu Vereisungen. Später durchschlugen von den Propellerblättern abbrechende EisstĂźcke die AuĂenhaut des Luftschiffes. Die Schäden wurden jedoch sofort von der Besatzung behoben. Um 17:46 Uhr setzte der Zeppelin bei bĂśigem Wind problemlos auf und wurde in die Luftschiffhalle gebracht.
⢠9. Fahrt: Start: 13. Januar 1939 um 9:08 Uhr unter Kapitän Sammt, es wurden verschiedene Versuche durchgefßhrt. Während sieben Stunden wurden 523 Kilometer zurßckgelegt.
⢠10. Fahrt: Start: 13. April 1939. Es wurden unter anderem Funk- und Spähkorbversuche durchgefßhrt. Die Fahrt dauerte rund 30 Stunden, dabei wurden fast 2700 Kilometer zurßckgelegt.
⢠11. Fahrt: Start am 15. Juni 1939. Dauer: 28 Stunden, 2800 Kilometer Fahrstrecke.
⢠12. und 13. Fahrt: âMeiningenfahrtâ; 2. Juli 1939. 18:40 Uhr Landung auf dem Flugplatz Meiningen, Start: 19:22 Uhr zurĂźck nach Frankfurt am Main.
⢠14. und 15. Fahrt: âLeipzigfahrtâ; 9. Juli 1939; unter anderem Landung in Leipzig-Mockau mit Postabgabe.
⢠16. Fahrt: âNordseefahrtâ; Start: 12. Juli 1939 22:25 Uhr.
⢠17. und 18. Fahrt: âGĂśrlitzfahrtâ; Start: 16. Juli 1939 00:34 Uhr unter Kapitän Sammt.
⢠22. und 23. Fahrt: âKasselfahrtâ.
⢠24. Fahrt: Diese Spionagefahrt war mit einer Dauer von Ăźber 48 Stunden und einer zurĂźckgelegten Strecke von 4203 Kilometern die längste Fahrt, die LZ 130 unternahm. Hauptziel dieser Fahrt war es, Informationen Ăźber das englische Radarsystem (Chain Home) zu sammeln. Die Graf Zeppelin flog ab 3. August 1939 seine Spionage-Mission entlang der britischen KĂźste bis zu den Shetlandinseln und zurĂźck. An Bord waren 45 Besatzungsmitglieder und â28 Personen fĂźr die Messungenâ. Start war am 2. August 1939 um 20:53 Uhr. Was die Spezialisten auf dem Flug maĂen, war ein ununterbrocher 25-Hertz-Puls während des ganzen Fluges. Die Spezialisten hatten die ganze Zeit die synchronisierten Impulse der Chain-Home-Radarkette empfangen und erklärten sich diese mit Pulsen aus Starkstromleitungen. Sie hatten sich ein Radarsystem auf dieser tiefen Frequenz nicht vorstellen kĂśnnen. Aus diesem Grund wurden die Radarstationen im Krieg zunächst Ăźberhaupt nicht bombardiert.cite-ref-8[8] Die Landung von LZ130 nach dem Flug musste aufwändig kaschiert werden, da die Engländer diplomatisch protestiert hatten und das Luftschiff durchsuchen wollten. Nach der Landung am bewusst falschen Ende des Platzes wurden rasch die Mess-Spezialisten gegen ahnungslose (SA-)Passagiere ausgetauscht.cite-ref-9[9]
⢠25. und 26. Fahrt: âWĂźrzburgfahrtâ; 5. August 1939.
⢠27. und 28. Fahrt: âEgerfahrtâ; 13. August 1939.
⢠29. und 30. Fahrt: Die letzte Fahrt, die so genannte Essen/MĂźlheim-Fahrt, fand am 20. August 1939 statt, mit Start- und Zielort Frankfurt am Main sowie Zwischenlandung auf dem Flugtag auf dem Flughafen Essen/MĂźlheim, unter der FĂźhrung von Albert Sammt. Diese Fahrt (Landung um 21:38 Uhr am 20. August 1939) bedeutete das Ende der GroĂluftschifffahrt.
Stilllegung und Abwrackung
Ende August 1939 wurde das Schiff mit der BegrĂźndung drohender Kriegsgefahr auĂer Betrieb genommen. Die Gaszellen wurden am 1. September 1939 geleert und das Schiff fĂźr eine längere Liegezeit in der Luftschiffhalle vorbereitet. Es erfolgten Arbeiten, um das Schiff zu konservieren und fĂźr eine Wiederinbetriebnahme bereitzuhalten. Diese wurden im Januar 1940 eingestellt. MĂśglicherweise war im Herbst 1939 eine Fahrt zur Beschaffung von Rohstoffen und Edelmetallen in die von Japan besetzte Mandschurei Ăźber die Sowjetunion geplant. Unter dem Namen âProjekt Fernostâ sollte die DZR im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums die Daten eines solchen Fluges zusammenstellen.cite-ref-0-10-0[10]
Nach einem Besuch Hermann GĂśrings (âIm Krieg kann man ja nichts damit [mit den Zeppelinen] anfangen.â) am 1. März 1940 in Frankfurt, bei dem er sich sehr abweisend gegenĂźber den Luftschiffen zeigte, erging am 4. und 6. März 1940 der Befehl des Generalluftzeugmeisters Ernst Udet zur âVerschrottung von LZ 127, LZ 130 und LZ 131 und Verwertung der Hallen auf dem Flugplatz Rhein-Mainâ.cite-ref-bauer-3-1[3] Der Platz dort sei fĂźr Flugzeuge notwendig.cite-ref-1-5-3[5]
Am 8. März 1940 war mit den Arbeiten begonnen worden, am 27. April erfolgte die Meldung ßber den Vollzug der Verschrottung.
Trotz der stattfindenden Verschrottung war noch Ende April 1940 eine Fahrt fĂźr LZ 130 als Zubringer in den Norden Norwegens geplant.cite-ref-0-10-1[10]
Literatur
⢠Manfred Bauer, John Duggan: LZ 130 Graf Zeppelin und das Ende der Verkehrsluftschiffahrt. Zeppelin-Museum, Friedrichshafen 1998, ISBN 3-926162-79-1.
⢠Jßrgen K. Bock, Berthold Knauer (Hrsg.): Leichter als Luft. Transport- und Trägersysteme. Ballone, Luftschiffe, Plattformen. Frankenschwelle, Hildburghausen 2003, ISBN 3-86180-139-6.
⢠Albert Sammt: Mein Leben fßr den Zeppelin. Pestalozzi-Kinderdorf, Wahlwies 1988, ISBN 3-921583-02-0.
Weblinks
Commons
: LZ 130
â Sammlung von Bildern
⢠Informationen zur âSpionagefahrtâ des LZ 130 am 2. bis 4. August 1939 â Auszug aus dem Buch âMein Leben fĂźr den Zeppelinâ von Albert Sammt (S. 167â169) (PDF-Datei; 130 kB) (Memento vom 26. Mai 2012 im Internet Archive)
Einzelnachweise
cite-note-11. â Luftschiffe: Funke am Lack. In: Der Spiegel. Nr. 15, 1991 (online â 8. April 1991).
cite-note-bock-22. â Bock/Knauer: Leichter als Luft: Transport- und Trägersysteme, S. 355.
cite-note-bauer-33. â Manfred Bauer, John Duggan: LZ 130 Graf Zeppelin und das Ende der Verkehrsluftschiffahrt. Zeppelin-Museum, Friedrichshafen 1998. ISBN 3-926162-79-1
cite-note-archbold-44. â Rick Archbold: Luftschiff Hindenburg und die groĂe Zeit der Zeppeline. Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, MĂźnchen 1994, ISBN 3-453-08032-7.
cite-note-1-55. â Das Schwesterschiff der Hindenburg: LZ 130 Graf Zeppelin â Teil II â ZM blog. 8. Januar 2023, abgerufen am 24. September 2023 (deutsch).
cite-note-66. â Barbara Waibel: LZ 129 Hindenburg. Faszination Zeppelin. 3. Auflage. Sutton Verlag, Erfurt 2020, ISBN 978-3-95400-694-6, S. 83.
cite-note-77. â Horst Kleinert: Traumreisen mit dem Luftschiff. Aufstieg, Fall und RĂźckkehr der Zeppeline. Hrsg.: Uwe Manschwetus. 1. Auflage. Thurm-Wissenschaftsverlag, LĂźneburg 2017, ISBN 978-3-945216-20-0, S. 86.
cite-note-88. â SLICE History: The Secret History of British Radar I SLICE HISTORY | FULL DOCUMENTARY. 15. Juni 2025, abgerufen am 8. Januar 2026.
cite-note-99. â Das Schwesterschiff der Hindenburg: LZ 130 Graf Zeppelin â Teil II â ZM blog. Archiviert vom Original am 29. September 2023; abgerufen am 8. Januar 2026 (deutsch).
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